
Isabel Reitemeyer
Geboren 1966 in Nordhorn/Deutschland. Lebt und arbeitet seit 2002 in Berlin. Isabel Reitemeyer studierte Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule für Design in Münster. Bevor sie ihren künstlerischen Fokus auf die Collage legte, arbeitete sie als Druckerinn, freiberufliche Grafikdesignerin und künstlerische Assistentin in namhaften deutschen und internationalen Filmproduktionen, darunter Mogadischu, Das wilde Leben und Der Vorleser. Reitemeyers Collagen wurden auf zahlreichen Schallplatten- und Magazincovern veröffentlicht und in Ausstellungen weltweit gezeigt – darunter in renommierten Institutionen wie dem Bröhan-Museum Berlin, dem Museum Böttcherstraße Bremen und dem Frauenmuseum Wiesbaden.
Künstlerisches Statement
2002 habe ich die Collage als Medium für mich entdeckt. Ich arbeite analog und bevorzuge Bilder aus der Zeit zwischen 1960 und 1990, als Bücher und Zeitschriften noch nicht digital produziert wurden. Ich arbeite meist intuitiv und mag es ordentlich und ruhig. Zumindest auf dem Papier. Ich versuche, mit so wenig Material wie möglich ein Gefühl auszudrücken, möchte aber auch herausfinden, wie viel ich weglassen kann, um ein aussagekräftiges Bild zu erhalten.
Künstlerisch inspiriert mich das, was von der Norm abweicht: das Andere, Irritierende und Unperfekte.
Meine künstlerische Arbeit ist einerseits eine Auseinandersetzung mit dem, was gerade um mich herum geschieht, gleichzeitig aber auch eine Reaktion auf das globale Geschehen.
Andere über mich
Die Collagen von Isabel Reitemeyer sind befremdlich und doch seltsam vertraut. Angezogen von einem Bild, meist von einem Menschen oder Tier, schneidet Reitemeyer wesentliche Elemente weg, die unsere Interpretation bestimmen. Sie verdeckt Augen, sodass sie unseren Blick nicht mehr lenken, verschmilzt ungleiche Bilder oder isoliert Fragmente. Sie verschönert Bilder nicht – sie reduziert sie. Auf der Suche nach einer Essenz erschafft sie völlig neue Wesen: Tiere verwandeln sich in flauschige Kugeln oder verstörende Chimären, Models werden von ihren Haarschnitten verschluckt. Dünne Papiersplitter lassen ganze Welten entstehen. Indem sie sich weigern, der Norm zu entsprechen, fordern ihre außergewöhnlichen Bilder unsere Sehgewohnheiten heraus. Leonor Faber-Jonker, 2022
Leonor Faber-Jonker, 2022